Bergapotheke Zellerfeld

Über die 'Fratzenapotheke'...

...existiert eine mit Fotos und Zeichnungen versehene Niederschrift, in der das 1674 erbaute Apothekerhaus auf 79 Seiten mit all seinen künstlerischen Eigenarten sehr detailliert vorgestellt wird.

Vermutlich zunächst als Weihnachtsgeschenk für meinen Großvater, dem damaligen Apotheker Heinz Scriba, wurde sie 1959, etwa ein Jahr nachdem die vierköpfige Familie Scriba eingezogen war, von meiner Mutter Gesa Scriba im jugendlichen Alter liebevoll ausgearbeitet und kunstvoll eingebunden.

Zusammen mit anderen Schriftstücken (u.a. Kaufverträge, Approbiationen und einer dicken Urkundenmappe - ausgeliehen aus dem Hildesheimer Staatsarchiv) wurde sie später interessierten Besuchern zur Einsicht vorgelegt.

Bei diesem Einblick in die Niederschrift wird der Leser aus Sicht des Bewohners kenntnisreich mit vielen Anekdoten, Geschichten und Hintergrundwissen sowie Fotos und Skizzen durch die einzelnen Räume des denkmalgeschützten Hauses geführt.

Nicht nur zur damaligen Zeit "gibt das Haus interessierten Leuten eine Menge Rätsel auf". Wobei der Versuch, in dieser Abhandlung "diese Rätsel zu einer möglichen Lösung zu bringen", späteren wissenschaftlichen Erkenntnissen bzw. Vermutungen sehr nahe kommt und immer noch aktuell ist.

Diese Abhandlung, möchte ich interessierten Lesern als ergänzende Beschreibung der Sehenswürdigkeit zu der im Internet beschriebenen Offizin und Hausfassade gerne vorstellen.

Die Fotografien und die dargestellten Postkarten in dieser Abhandlung sowie die von mir hinzugefügten Abbildungen von Zeitschriften und Karten, sind aus längst vergangenen (analogen schwarz/weißen) Tagen und verlangten meinem kleinen Heimscanner so einiges ab. Von mir eingefügte Zitate wurden entsprechend kenntlich gemacht.

 

Weiterführende Literatur und Internetauftritte

Heutzutage weiß man den Wert der Informationen um die alte Apotheke besser zu schätzen und so brachte Apotheker Herr H. Ruttewit in Gemeinschaft mit dem Oberharzer Geschichts- und Museums-Verein ein Buch heraus: "Die historische Zellerfelder Bergapotheke" von Friedrich Gärtner, (Pieper), 1985. 64 Seiten, mit zahlreiche Abbildungen.

Auch "Das Bürgerhaus der Oberharzer Bergstädte" von Hans-Günther Griep, 1975, Verlag Ernst Wassmuth Tübingen, 291 Seiten mit 123 Textabbildungen und 88 Abbildungen, beinhaltet sehr detailliertes baufachliches Wissen um die Bergapotheke Zellerfeld und vieler anderer Häuser mitten im Harz.

Sehr schöne Bilder von der Apotheke findet man auch auf folgenden Internetauftritten:

http://www.bergapotheke-zellerfeld.de/

http://www.raymond-faure.com/Clausthal_Zellerfeld/clausthal-zellerfeld.htm (link: Alte Bergapotheke)

Film: NDR, Bergapotheke Clausthal-Zellerfeld, Sendedatum: 28.01.2012 17:55 Uhr http://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordtour/media/nordtour1199.html

 

In dem sehr wunderlichen großen alten Haus...

...mitten im Harz in Clausthal-Zellerfeld, war ich als Kind oft bei meinen Großeltern zu Besuch.

Ich als kleiner Stepke auf dem "Hof" hinter dem Haus. Im Hintergrund eine Art Scheune, die als Garage diente.

Sobald ich im Bett lag und das Licht erlosch, warfen die plastischen Figuren an der Decke über mir ungewöhnliche Schatten und meine ganze Aufmerksamkeit konzentrierte sich auf die Geschichten, die sie wohl erzählen mögen.

Später schlief ich, wie fast alle Gäste, in einer der vielen Kammern auf dem Ersten der drei Dachböden. Auf dem zweiten und dritten Dachboden sammelte ich tote Insekten ein, die mir, während der großväterlichen Unterrichtung: "Wie und wozu benutzt man ein Mikroskop?", unter eben diesem, ihr wirkliches Aussehen offenbarten. Seit dem mag ich keine Insekten.

Wenn ich mit meinem Großvater den Keller oder spezielle Kammern besuchte, die unverkennbar mit der Apotheke zusammenhingen, spürte ich meine Ehrfurcht vor dem richtig alten Haus:

die unzähligen Gegenstände aus den vergangenen Jahrhunderten;

die großen und kleinen Zimmer, welche vom Keller bis zum obersten Dachboden mal Wohnräume und dann wieder Wand an Wand funktionell zur Apotheke gehörende Räume waren bzw. sind;

die außergewöhnliche Architektur;

die unendlichen Figuren an den Decken;

die Treppen, Türen und Flure;

die Gerüche der Kräuter in den Kammern und nicht zuletzt

die merkwürdigen Kamine.

All das durfte ich als Kind entdecken und vor allem wie selbstverständlich mitten drin sein!

Erst sehr viel später, meine Großeltern zogen aus als ich etwa 14 Jahre alt war, fing ich an neugierig auf das Haus und seine Geschichte zu werden. Ein Haus, welches ich so nie wieder gesehen habe und bei dem die Grenze zwischen Apotheke und Wohnen nicht so eindeutig ist (und von meinem Großvater auch nicht so gelebt wurde), wie es auf dem ersten Blick scheint.

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