Hugo

husqvarna automower 330x

Entscheidend ist nicht welchen Rasenmähroboter man hat, sondern das man überhaupt einen hat.

Hugo - so nennen wir unseren Rasenmährobotor husqvarna automower 330x.

Unser Garten ist in unseren Augen groß. Ca. 600 qm Grundstücksfläche, davon 120 qm gemietetes Haus. Das Haus steht quasi genau in der Mitte des Grundstücks - drumherum Rasen. Dann gibt es noch: Garage, Carport, Terrasse, Gartenhaus, Kletterturm uvm. Der Rasen besteht zu etwa 50% aus Gras und zu 50% Unkraut ;-) Das Grundstück ist leicht abschüssig und die Grünfläche ziemlich hügelig - wegen der vielen alten Ameisenhügel und jedes Jahr kommen neue Ameisenhügel dazu. Das ist ja alles kein Problem. Das Problem ist, dass wir keine echten Hobbygärtner sind!

Ca. eine Stunde braucht man, um den Rasen mit einem Benzinrasenmäher mit Antrieb gut zu mähen. Danach bin ich k.o. Die Nachbarskinder sind inzwischen erwachsen und haben anderes zu tun, als unseren Rasen für etwa fünf Euro noch zu mähen. 20 Minuten muss man noch drauflegen, weil der schwere Korb des Rasenmähers regelmäßig geleert werden möchte. Dann stehen vier blaue Müllsäcke mit Rasenspitzen im Weg. Sie warten darauf irgendwann einmal, wenn der Terminplan des Wertstoffhofs mit unserem korrespondiert, entleert zu werden.

Und gerade wenn man sich vornehmen könnte zu mähen, regnet es. Das kennt jeder, auch der Hobbygärtner. Wenn es nicht regnet muss anderes getan werden. Der Rasen wird höher und höher und das Grauen vor dem nächsten Rasenmähen auch.

Damit ist jetzt Schluss! Dank unseres inzwischen fast drei Jahre alten husqvarna automower 330x - Hugo.

Der Einkaufspreis war gigantisch hoch im Vergleich zu z.B. einem alten Gebrauchtwagen, einer neuen Mikrowelle oder einer Brotschneidemaschine. Im Vorfeld habe ich mich deshalb genauestens über das Internet informiert. A) es sollte ein langlebiges Qualitätsprodukt sein, dass nicht nach zwei Jahren entsorgt werden muss und b) unseren Unregelmäßigkeiten im Garten gewachsen sein.

Dies konnte meiner Ansicht nach nur der husqvarna automower 330x leisten. Damals das neueste Modell. Im Nachhinein nehme ich an, dass ich da etwas übertrieben habe.

Hugo könnte nämlich, wenn er dürfte, täglich ein ganzes Fußballfeld an einer Bergschrägen abgrasen. In unserem Garten leistet er so gute Arbeit, dass wir ihn in der Woche im Frühsommer jeden Tag ca. 2-3 Stunden laufen lassen. Und im heißen Sommer bzw. Herbst ca. 2-3 mal 2-3 Stunden seine Arbeit verrichten lassen. (Mit der Zeit bekommt man ein Gefühl dafür wie oft er im Einsatz sein sollte und programmiert ihn alle paar Wochen um.) Sonst hätten wir bald gar keinen Rasen mehr. Was uns bei seinem ersten täglichen(!) Einsatz im Frühherbst 2014 beinahe passiert wäre. In dieser Hinsicht ist er bei uns echt unterfordert.

Hugo

Kraftvoll mäht er unsere eher mäßige Abschüssigkeit mit den ganzen Hügelchen ab. Ein vielleicht nur halb so kraftvoller Mähroboter würde dies meiner inzwischen revidierten Ansicht nach auch noch schaffen. Hügelchen sind nicht gleich Hügelchen - das ist wohl Ansichtssache.

Und wir haben nur ein ganz kleines ca, 1 qm großes Stück, wo es wirklich bergauf geht. Leider kommt das unglaublich gefährliche Gefälle auf meinen Fotos nicht rüber, deshalb stelle ich ein Foto davon gar nicht erst rein.

Aber nun haben wir ihn, den damals Besten unter den Besten.

 

Aller Anfang ist schwer - Verdrahtung des Gartens

Bevor Hugo zum Einsatz kommt muss man ihm den Weg weisen. Im wahrsten Sinne des Wortes: Es müssen ihm Grenzen gesetzt werden.

Mehrere Tage brauchte ich dafür den Garten innen und außen mit dieser Drahtschnur zu bestücken. Der Boden war trocken. Für jeden einzelnen Erdnagel musste ich die Erde mit Wasser aufquellen lassen, um diese Haken reinzuhämmern - im Abstand von 75 cm. Unsere Fläche ist nicht quadratisch. Da kommt mal ein Strauch, da ein Baum, ein Gratenhäuschen, ein Klettergerüst und dies und das - eine richtige Formel 1-Strecke.

Fertig? Nee, dann kommt die dritte Linie. Wenn Hugo seine Stunden an Rasenmähen erreicht hat, kann ihm nur der dritte Draht den Weg nach Hause zu seiner Station weisen.

 

Hugo sucht die Nähe zum Menschen

Der Garten ist jetzt verdrahtet. Hugo kann loslegen nachdem man ihn programmiert hat. Am Anfang tut man sich mit der Programmierung etwas schwer, aber wie bei allen technischen Neuerungen gewöhnt man sich schnell daran.

Hugo ist leise. Und Hugo ist anhänglich. Er sucht die Nähe zum Menschen. Mein halbwegs gesunder Menschenverstand sagt mir zwar, dass er nur eine Maschine ist, aber er benimmt sich nicht so!

Ist Hugo in Betrieb und ich komme nach Hause, kommt er immer freudestrahlend von irgendeiner Ecke auf mich zugefahren, um mich zu begrüßen. Stehe ich im Garten und halte ein Pläuschchen mit den Nachbarn, fährt Hugo ständig um mich herum bzw. in mich hinein, würde ich nicht ausweichen. Hugo arbeitet am liebsten da, wo auch Menschen sind.

Manchmal erschrickt er mich. Stehe ich irgendwo verträumt mit meiner Kaffeetasse am Haus, kommt er plötzlich in voller Fahrt ganz leise um die Hauswand gefahren und ich zucke zusammen und der Kaffee aus der Tasse.

Deshalb wollte ich ihm einen kleinen Glockenturm auf sein Dach montieren. Da man innerhalb der Garantiezeit jedoch von bleibenden Änderungen absehen sollte, ist mein nicht befestigter Glockenturm stets nach zwei Hügelchen in sich zusammengefallen. Inzwischen ist der Rasenroboter minimalst lauter. Oder ich täusche mich und kann inzwischen sein leises "Ratsch Ratsch Rasen ab" gut herausfiltern.

 

Defekt in der Garantiezeit

Und plötzlich ist es passiert. Meine Nachbarin bemerkte es zuerst, dass mit Hugo irgendwas nicht stimmte und alarmierte mich. Hugo hatte jetzt ein Rad ab. Äußerlich sah Hugo aus wie immer. Dass er nur noch Dreirad fuhr war nicht gleich zu erkennen. Doch etwas Abseits haben wir sein verlorenes Rad gefunden. Wieder aufgesetzt und nach ein paar Fahrsekunden war es wieder ab. Unsere Ameisenhügel über die er eher hüpfen muss als fahren, haben es eben in sich.

Im Internet fand ich eine sehr detaillierte Ansicht seiner Radbestandteile. Nun wusste ich, dass außer Rad und Schraube noch andere Teile den Radzusammenhalt bewirken. Diese Teile fehlten, waren irgendwo im Nirwana des Gartens verschwunden und vermutlich auch kaputt.

Jetzt den ganzen Mäher zum Verkäufer zurücksenden? Mit dem Verkäufer, den ich sehr empfehlen kann, kommuniziert und siehe da, uns wurde ein neues Rad zugesendet. Also Rad mit Gestänge! Das gehört zusammen.

Das bedeutete, dass man bis in Hugos Eingeweide vordringen musste. Hugo landete wie ein Marienkäfer auf dem Rücken liegend auf einen Garten-Operationstisch.

Zum Glück waren zufällig Ingenieure da, die die Operation vornehmen konnten. Ohne diese hätten wir selber das Rad nicht einsetzen können. Den eine spezielle Scheibe, oder Mutter wurde dazu gebraucht, die auch noch eingeschlagen werden musste.

Operation geglückt - Hugo kann wieder arbeiten.

 

Hugo kommuniziert

Zum Schmunzeln ist es, wenn Hugo sich beschwert. Hugo arbeitet auch bei Regen. Wenn es jedoch zu stark regnet und ich zu Hause bin, dann schicke ich Hugo vor seinem Arbeitsende nach Hause. Dazu muss ich das Deckelchen aufmachen und auf "Parken" drücken.

Ich mache das Deckelchen auf und Hugo zeigt mir als aller erstes in etwa folgende Nachricht:"Bist du deppert? Du weißt doch, dass man mich nicht nass saubermachen darf!" Hier vermisse ich eine Texteingabefunktion, um mit Hugo angemessen zu diskutieren. Ich würde dann antworten:"So blöd bin ich nun auch wieder nicht. Ich weiß, dass man dich nicht nass saubermachen darf. Das ist der Regen!"

Vor ein paar Tagen kam ich von der Arbeit nach Hause und Hugo stand nicht in seiner Garage, sondern hatte sich wohl irgendwie am drahtigen Gartenzaun verfangen. Die Meldung von ihm war:"Der Automover wurde unberechtigt und unerlaubter Weise angehoben." Soll ich jetzt pro forma alle meine Nachbarn für den unautorisierten Eingriff in Hugos Privatsphäre beschuldigen? Oder den Zaun auf die Anklagebank setzen?

 

Wenn Hugo etwas stört - das stört ihn nicht

Das wirklich tolle an Hugo ist, dass er sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Wir haben so einige Fallstricke im Garten. Ein vergessenes kleines Gartengerät, ein unautorisierter wild wachsender kleiner Strauch oder Beetbegrenzungen aus Steinen, die sich durch Regen schon mal verschieben können.

Hugo verfängt sich dann darin. Äußerlich sieht es so aus, als wenn er auf der Stelle mähend stecken bleiben würde. Doch dann gibt er kurze Pieplaute von sich, holt einmal ganz tief Luft und fährt aus der Gefahrenzone hinaus, um sein Glück nicht mehr dort, sondern woanders zu suchen. Sonst würde das mit dem Rasenmähen nicht funktionieren, wenn wir alle Stunde lang den Hugo mit Menschenhand aus seiner misslichen Situation befreien müssten.

 

Wenn sich der Garten ändert und mit ihm die Mähfläche

Wenn man einen Hugo hat, dann sollte man am Garten nichts mehr verändern. Das klappt bei uns nicht. Wir müssen manchmal was ändern, zumal unser Garten längst noch nicht "fertig" ist.

Uns ist nach einem Jahr ohne Katze wieder eine Katze zugelaufen und wollte uns partout nicht mehr verlassen. Um es abzukürzen: Wir haben einen Kinderkletterturm auf den Rasen am Fenster aufgebaut. Geht so: Katze läuft auf Turm; Bewegungsmelder geht an und klingelt im Haus; wir kontrollieren ob a) ein fremder Kater zutritt haben möchte oder b) ob Katze Maus im Maul hat. Hat sie nicht, dann Fenster auf und Katze rein. Eine Maus ist eh ganz selten, aber auch nicht ausgeschlossen.

Da kommt noch irgendwann ein Dach auf den "Kletterturm".

Der Turm stand nun mitten auf Hugos Weg! Und wenn Hugo es sich in den Kopf gesetzt hat genau an dieser Stelle mähen zu müssen, dann versucht er es immer und immer wieder dieses Terrain abzugrasen. Vermutlich hat er über GPS eine Ahnung, wo er seit längerem nicht mehr gemäht hat. Das möchten wir ihm ersparen. Dazu muss aber die Begrenzung um den Kletterturm herum verlegt werden.

Man rupft den Draht an dieser Stelle aus dem Boden. Schneidet ihn mit einer Zange oder Schere in der Mitte durch. Man nehme ein weiteres Stück Draht ca. 2-3 m und zwei für Hugos Drähte angedachte Verbindungsklemmen. Habe extra einen Sack Verbindungsklemmen im Internet gekauft. Der neue Draht wird wieder bodennah mit Erdnägeln befestigt. Der alte Draht wird mit dem neuen Drahtstück an beiden Enden über die Klemmen verbunden, bisschen in der Erde versteckt und? Nichts geht und Hugo beschwert sich textlich, dass er keine Verbindung zu den Drähten aufbauen kann - "Kein Schleifensignal".

Irgendwas passte mit den mit Vaseline voreingeschmierten Klemmen nicht, egal was auch immer ich versuchte. Da wusste ich mir zu helfen. Und ich weiß auch, dass jetzt fast jedem die Haare zu Berge stehen werden.

Man nehme eine Lüsterklemme, stecke beide Drahtenden (natürlich ohne Ummantelung) gemeinsam in ein Loch der Lüsterklemme und dreht die Schraube zu. Dann noch eine Plastiktücke fest mit Isolierband drumherum und alles in die Erde einbuddeln. Zunächst war ich etwas skeptisch, weil ich ja damit eine Art störende Schlaufe bildete. Davor wird der in der Bedienungsanleitung ständig gewarnt. Aber es hat funktioniert. Hugo beschwerte sich jetzt über nichts mehr. Es gibt inzwischen noch weitere Veränderungen dieser Art.

Im übrigen verbarg sich unter dem Turm auch der Rücklaufdraht, den ich ebenso behandeln musste.

 

Hugo im Winter - Winterwartung

Im Winter kommt Hugo nebst seiner Aufladematte in den Heizungskeller. Hat er seine Winterladung erhalten wird er ausgestellt. Nach zwei bis drei Monaten darf er wieder für einen Tag ans Netz, um seine Ladung aufzufrischen. Der Akku soll nie ganz leer werden.

Letzten Winter haben wir ihn zur Kur geschickt, zur sogenannten Winterwartung. Kostet was, aber wir wollen Hugo ja noch lange behalten. Da wird er saubergemacht und die Klingen gewechselt. Vermutlich noch hier und da geschmiert vielleicht auch noch die ein oder andere Schraube festgezogen und eventuell die Software aktualisiert.

Deshalb sollte man unbedingt den riesigen Karton aufbewahren. Abholung und Rücktransport funktionierten einwandfrei. Er war nur 14 Tage im Herbst weg. Dann kam er wieder in den Heizungskeller.

Seit der Winterwartung ist er etwas empfindlicher geworden. Es ist schwer zu erklären. Wenn ich ihn aus seiner Station herausziehe, um ihn zu programmieren, schweigt er mich neuerdings an - das Display bleibt dunkel. Erst wenn ich unter seinen Po fasse, ihn aus und wieder anstelle, fordert mich das Display auf den Pin-Code einzugeben. Auch das er am Drahtzaun hängen bleibt und gleich meint er wurde angehoben ist neu. Vermutlich hat er ein Softwareupdate erhalten...

 

Hugos Garage

Viel Geld haben wir für den Roboter ausgegeben. Da wollten wir wenigstens an seiner Garage sparen. Man kann eine Garage für ihn kaufen, oder eben eine selber bauen. Egal wie, ein Dach über den Rasenroboter braucht er auf jeden Fall. Schutz vor Sonne, Regen, ggf. sogar Schnee und Hagel.

Er steht bei uns an der Nordseite des Hauses und ist damit vor Sonneneinstrahlung geschützt. Ob er in dieser Hinsicht überhaupt Schutz braucht weiß ich nicht. Aber wie bei vielen anderen technischen Geräten: Besser ist es.

Ich kaufte ein Vordach aus Plastik. Ein Vordach, welches normaler Weise über dem Hauseingang als Regenschutz befestigt wird. Da das Haus nur gemietet ist, haben wir respektvoll das Vordach nicht an der Hauswand montiert. (Im nachhinein weiß ich, dass man auf jeden Fall ohne die Station zu verschieben an die Rückseite der Station gelangen sollte. Von daher ist der ca. 40 cm-Abstand zum Haus zwar sehr gering aber notwendig zur Bedienung der Station im laufenden Betrieb (siehe letzten Absatz).)

Es wurden zwei Metall-Stecken mit Estrichbeton in die Erde versenkt und dann das Vordach an diesen zwei Stecken befestigt. Das Dach hält vermutlich noch tausend Jahre und bietet Hugo Schutz vor Regen.

Im Internet gibt es noch viele andere witzige Möglichkeiten für selbst gemachte Rasenroboter Garagen.

 

Fazit

Unser Rasen ist immer schön gleichmäßig gemäht und das ohne Stress den ganzen Sommer über. Kein Rasen wegbringen mehr. Einzig ein paar Kanten an den Zäunen müssen ab und zu mit einer kleinen elektronischen Sense manuell gekürzt werden. Dies war auch schon zu Rasenmäherzeiten so.

Hugo arbeitet zuverlässig und lässt sich von dem etwas holprigen Rasen mähtechnisch nicht beeindrucken. Das er dabei ein Rad verloren hat schreibe ich den Strapazen zu, die er durch das ständige auf und ab der Hügelchen erleiden muss.

Kleine Äste bereiten ihm keine Probleme. Steine sollte man im Vorfeld aufsammeln. Bestimmt liegen bei uns dennoch Steinchen herum, das interessiert ihn nicht.

Wenn er sich festfährt findet er ohne menschliches Eingreifen von alleine aus der Situation heraus. Fährt er gegen ein Hindernis, z.B. einem vergessenen Gartenstuhl auf dem Rasen, hält er kurz an, überlegt, setzt den Rückwärtsgang ein und fährt dann meist eine andere Strecke weiter.

Er ist sehr leise. Kein Nachbar kann sich über Rasenmähgeräusche beschweren, die gibt es nicht.

Unsere Katze hat zwar Respekt vor Hugo, aber keine Angst vor ihm. Sie kennt seine Wege und Flächen und weiß wo er nicht hinkommt. Da kann sie sich dann während seiner kurzen Arbeitszeit aufhalten, falls sie draußen ist.

Neugierig ist sie schon ein wenig (wenn sie mitbekommt, dass Hugo mein Fotomodell ist und nicht sie). Was macht Hugo? Wo rollt er hin? Was macht ihn interessanter als mich?

Regen macht ihm nichts aus, selbst Unwetter übersteht er wenn keiner da ist, um ihn vor Ablauf der Arbeitszeit in die Garage zu schicken. Seine Räder sind dann zwar voll mit Matsch und er rutscht mehr über den Rasen als das er fährt, aber beim nächsten Ausflug werden seine Räder schnell wieder sauber.

Der husqvarna automower 330x ist bei unserem Rasen eher unterfordert. Er könnte wirklich große Flächen mit wesentlich gröberen Unregelmäßigkeiten und Abschüssigkeiten optimal bewerkstelligen.

Wir haben die Ausführung ohne Scheinwerfer und ohne Handyapp genommen. Wobei eine App vielleicht doch ganz nützlich wäre, um ihn z.B. bei Gewitter in die Station fahren zu lassen, auch wenn man nicht vor Ort ist - falls das so überhaupt angedacht ist.

(Inzwischen gibt es Roboter, die Gras erkennen und keinen Begrenzungsdraht mehr brauchen.)

 

Apropos Begrenzungsdraht - Schaden im Begrenzungsdraht - nichts geht mehr

Ein Albtraum. Diese Situation hatten wir jetzt.

Rasenmährobotor Hugo stand mal wieder still mitten auf dem Rasen. Seine Kommentar zu seinem Stillstand: "Kein Schleifensignal". D.h. der Draht ist irgendwo unterbrochen oder angerissen bzw. an-/abgeschnitten worden. Irgendwo - bei dem gefühlten 300 Meter verlegten Draht gibt es eine inzwischen schon eingewachsene Schwachstelle von eventuell nur 1 mm Größe. Nur wo?

Hier sollte man unbedingt die Gebrauchsanleitung erst lesen und dann handeln!

Wir haben selbstverständlich erst völlig nutzlos gehandelt und dann das Zauberbuch namens Gebrauchsaneitung um Rat gefragt. Das nutzlose Handeln bezieht sich darauf, dass wir vermuteten, dass bei den Lüsterklemmenverbindungen etwas passiert sei. Diese waren, sofern wir uns überhaupt erinnerten wo sie waren und fanden, alle in Ordnung. (Es ist doch sehr ratsam sich neue Verbindungsstellen zu notieren.)

Diese Wackelkandidaten konnten wir also ausschließen. Jetzt musste die Gebrauchsanleitung her. Und siehe da, durch das Umstöpseln der Anschlüsse (Begrenzungsdraht und Rückführungsdraht) an der Station können verschiedene Bereiche ausgeschlossen werden. Wie das geht ist nicht leicht zu erklären, steht jedoch gut beschrieben in der Anleitung drin.

Das gesamte Gebiet lässt sich im Prinzip in drei Teile unterteilen. Ist das Licht an der Station grün, ist der Bereich in Ordnung. Blinkt es blau, dann ist in diesem Bereich ein Schaden.

Das Licht befindet sich an der Innenseite der Säule, wo die beiden Kontaktschienen zur Aufladung angebracht sind. Ist der Deckel der Station offen, sieht man das Licht nicht. Es ist nicht das Licht, welches oben auf der Station zum "Parken" verwendet wird (in dieses Fettnäpfchen sind wir, wie sollte es auch anders sein, natürlich auch erst getreten).

Zwei Bereiche waren in Ordnung. Der dritte und leider größte Bereich wurde als beschädigt deklariert. Bei uns ist es der Bereich des gesamten "Außendrahts" gewesen. Der Außendraht wurde noch nie verändert - hat also bis dato auch noch nie eine Lüsterklemme o.ä. gesehen.

Dennoch ist der Bereich zu groß, um mal einfach mal schnell einen neuen Draht zu verlegen. Was jetzt kommt steht nicht mehr in der Gebrauchsanleitung drin, kann aber sehr hilfreich sein: Wir haben in Gedanken diesen Bereich in zwei weitere Bereiche getrennt. Sagen wir mal "vor dem Haus" und "hinter dem Haus". Schweren Herzens haben wir an der Schnittstelle der erdachten Bereiche den Draht durchgeschnitten. Dann mit Hilfe von einem langen Lautsprecherkabeln den Kreis wieder geschlossen.

Also überbrückt. Das eine Ende des durchgeschnitten Drahts mittels Lautsprecherkabel mit dem entsprechenden Kontakt an der Station verbunden. Grünes Licht. Die Verdrahtung "vor dem Haus" war also in Ordnung.

Dann das andere Ende des abgeschnitten Drahts mit dem richtigen Kontakt an der Station verbunden: Blau blinkendes Licht. Der Bereich "hinter dem Haus" musste also irgendwo einen Schaden haben. Den Bereich "hinter dem Haus" haben wir wieder in zwei weitere erdachte Bereiche aufgeteilt, Drähte durchgeschnitten, teilweise wieder verbunden, überbrückt usw.

Erschwerend kam hinzu, dass die Drähte inzwischen gut eingewachsen waren und man sie nicht mehr sah. Ferner hatten wir, wie wir dann feststellten, gleich zwei "Bruchstellen" gehabt, was die Ursachenforschung noch komplizierter machte, als sie ohnehin schon war. Man zweifelt an sich selbst, an den elektronischen und physikalischen Gesetzen im Allgemeinen, bis dann das Aha-Erlebnis eintritt - gleich zwei Durchtrennungen auf einaml.

Genau an zwei Ecken vom Garten war der Draht durch. Nachdem wir diese Tatsache akzeptieren konnten ging es weiter auf die Suche. Wir fanden die Bruchstellen, aber pro Bruchstelle nur ein Ende des Drahts. Das andere Ende - der ganze Draht - war verschwunden, weg, hatte sich in Luft aufgelöst. Trotz flächendeckendes Buddelns kein Draht mehr da - einfach aufgelöst. Als wenn sich der Draht zusammengezogen hätte. Oder ein Maulwurf den Draht Richtung Erdinnern gezogen hätte. Wobei hier wohl die Ecken die Schwachstellen waren, die dann rissen. Vielleicht hat eine Wurzel des wild wachsenden Flieders den Draht Monate lang immer mehr nach unten gedrückt, so dass die Spannung immer größer wurde bis der Draht plötzlich - boing - an zwei anderen Stellen gleichzeitig zerriss. Dies wäre z.z. die einzig logische Erklärung.

Wir haben zwischen den beiden Ecken dann ungefähr 15 m neuen Draht verlegt. Grünes Licht erhalten und Hugo kann jetzt wieder arbeiten.

Die Suche lt. Gebrauchsanweisung und mit Hilfe des langen Lautsprecherkabels nach der defekten Stelle bzw. der beiden Stellen, hat ca. zwei Stunden gedauert. Nicht mit eingerechnet unsere Irrtümer und Fehlversuche, da kann man dann noch gute zwei Stunden drauf legen. Und ich muss sagen zwei Stunden nach der Suche eines Defekts, aus dem gleich Zwei wurden, sind angemessen.

Ich hoffe, dass wir jetzt Jahre lang keine weiteren Komplikationen mehr erleben müssen.

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